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Das Buch Ijob

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Ijobs Gegenrede: 6,1 - 7,21

Die Enttäuschung über die Freunde

14 Des Freundes Liebe gehört dem Verzagten, / auch wenn er den Allmächtigen nicht mehr fürchtet.
15 Meine Brüder sind trügerisch wie ein Bach, / wie Wasserläufe, die verrinnen; /
16 trüb sind sie vom Eis, / wenn über ihnen der Schnee schmilzt.
17 Zur Zeit der Hitze versiegen sie; / wenn es heiß wird, verdunsten sie in ihrem Bett.
18 Karawanen biegen ab vom Weg, / folgen ihnen in die Wüste und kommen um.
19 Nach ihnen spähen Karawanen aus Tema, / auf sie vertrauen Handelszüge aus Saba.
20 In ihrer Hoffnung werden sie betrogen, / kommen hin und sind enttäuscht.
21 So seid ihr jetzt ein Nein geworden: / Ihr schaut das Entsetzliche und schaudert.
22 Habe ich denn gesagt: Gebt mir etwas, / von eurem Vermögen zahlt für mich?
23 Rettet mich aus dem Griff des Bedrängers, / kauft mich los aus der Hand der Tyrannen!
24 Belehrt mich, so werde ich schweigen; / worin ich fehlte, macht mir klar!
25 Wie wurden redliche Worte verhöhnt, / was kann euer Tadel rügen?
26 Gedenkt ihr, Worte zu tadeln? / Spricht der Verzweifelte in den Wind?
27 Selbst um ein Waisenkind würdet ihr würfeln, / sogar euren Freund verschachern.
28 Habt endlich die Güte, wendet euch mir zu, / ich lüge euch nicht ins Gesicht.
29 Kehrt um, kein Unrecht soll geschehen, / kehrt um, noch bin ich im Recht.
30 Ist denn Unrecht auf meiner Zunge / oder schmeckt mein Gaumen das Schlechte nicht?